Landkreis Straubing-Bogen                                                             Samstag, 1.April 2000

Streit um Donauausbau ist in Luft aufgelöst

Neues Hightech-Schiff vorgestellt – Kritische Engstellen werden einfach überflogen Straubing-Bogen. (ta) Der teilweise erbitterte geführte Streit um den Donau-Ausbau zwischen Straubing und Vilshofen dürfte bald zu Ende sein. Auf einer Pressekonferenz im Hafen Deggendorf präsentiert der Arbeitskreis Deutsche+Österreichische Donau-Häfen den amerikanischen Physiker und Ingenieur Dr. John Flabish, dessen Neukonstruktion den Konflikt zwischen Schiffbarkeit und Naturschutz im kritischen Donau-Abschnitt lösen könnte. Die Zauberformel heißt DOBINKO.

DOBINKO ist die Abkürzung für die deutsche Version des von Flabish entwickelten HELISHIP und bedeutet  „Donau-Binnenschiff-Helikopter“. Dahinter verbirgt sich eine technische Revolution, die von einem internationalen Team von Schiff-, Luft- und Raumfahrtingenieuren konstruiert und in einer speziellen Version den Verhältnissen auf der Donau angepasst wurde. Laienhaft abgekürzt heißt das: Nähert sich dieses, auf 2,50 Meter abgeladene Güterschiff der kritischen Donau-Passage, dann das Schiff per Knopfdruck in eine Mischung aus Schiff, Luftkissenfahrzeug und Helikopter verwandelt werden. Überrachenderweise stellte, so Projektleiter Flabish, die Entwicklung seitlicher Stabilisatoren, die den Schiffskörper während der Flugphasen in Position halten, das größte technische Problem dar, das aber nach dem Motto „gemeinsam zu Wasser und in der Luft“ von Wissenschaftlern und Ingenieuren der unterschiedlichsten Fachrichtungen gelöst worden sein.

Derzeit wird in Phoenix (Arizona), dem Sitz des Entwicklungs-Laboratoriums, noch an einem wichtigen Detail gearbeitet: Die größte Reichweite, die der DOBINKO in der Flugphase bei Testfahrten bisher erzielte, beträgt 68 Kilometer, die Länge des zu überwindenden Abschnitts aber 69 Kilometer. Flabish gibt sich zuversichtlich: „Das bekommen wir in den Griff!“

Binnenschiffe herkömmlicher Bauart weisen unbestritten die günstigsten ökologisch relevanten Werte auf. Um zu verhindern, dass sich der DOBINKO in der Luft in ein Öko-Monster verwandelt, wurde Aspekten wie Schadstoffemission, Geräuschentwicklung, Energieverbrauch besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ein speziell entwickelter Flüster-Antrieb sorgt für einen nahezu geräuschlosen Flug und wer nun glaubt, der DOBINKO würde mit einem gewaltigen „Platscher“ wieder in die Donau eintauchen, irrt: „Unser Baby“, versichert Flabish, „landet butterweich.“ Die sensationelle Neuerung: Während der Flugphase wandelt der DOBINKO die durch Rotorenbewegungen entstehende Energie in Strom um, der gespeichert und nach der Landung dem Schiffsantrieb wieder zugeführt werden kann.

Naturschützer protestieren

Aus Naturschutzkreisen wurde moniert, die durch Saugwirkung der DOBINKO-Rotoren entstehenden Luftströmungen könnten eines der letzten europäischen Reviere für den Balztanz der Zuckmücken zerstören. Dazu ein Sprecher des Arbeitskreises Deutsche+Österreichische  Donau-Häfen: „Eine gewisse Reduzierung der Balztanz-Reviere ist nicht zu verhindern, aber selbstverständlich werden – das ist ja längst gesetzliche Vorschrift – im Rahmen ökologischer Ausgleichsmaßnahmen Zuckmücken-Ersatz-Tanzflächen geschaffen werden.“

Im Übrigen, so der Sprecher weiter, sei – neben der Zuckmückenfrage – auch die durchgängige Befahrbarkeit der Donau mit Schiffen, die 2,50 Meter tief abgeladen seien, unter wirtschaftlichen und verkehrsökologischen Aspekten ein Thema von erstrangiger europäischer Bedeutung.

Wie aus Kreisen des Bundesverbandes Deutsche Binnenschifffahrt verlautet, gehen namhafte Reedereien davon aus, dass sie ihre herkömmlichen Schiffe der Donau-Flotte bereits in absehbarer Zeit durch DOBINKOs ersetzen werden.

Sichtlich fasziniert von den technisch-revolutionären Innovationen seines Team gerät Flabish ins Philosophieren: „Die Suche nach der Eier legenden Wollmilchsau beschäftigt die Menschheit seit Jahrtausenden. Mit dem DOBINKO ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Lösung dieses elementaren Rätsels.“

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